Bade- und Freizeitsee Kleiner Rußweiher

Problem: Verschlammung, Verlandung

Projekt-Highlights

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Volle Wirkung von SchlixX Plus auch in dystrophem Moorwasser 
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Abbau von 28.000 m3 organischem Schlamm, Sedimentreduktion um durchschnittlich 22 cm 
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Umwandlung des organischen Schlamms in Sand mit minimalem organischen Anteil (< 1%)

Die Aufgabe

Wenn ein Kleinod wieder groß rauskommt 

Der Kleine Rußweiher, südöstlich von Bayreuth in Oberfranken gelegen, ist – anders, als der Name vermuten lässt – mit 26 ha ein See von beachtlicher Größe. Eingebettet in herrliche Landschaft bildet er das Ende einer Weiherkette – und lädt zum Spazieren an den naturbelassenen Ufern, zum Baden, Angeln oder Bootfahren ein. 

Er ist damit nicht nur ein attraktives Naherholungsziel für die heimische Bevölkerung, sondern zieht jährlich zahlreiche Touristen an, für die drei Campingplätze und zwei Hotels unmittelbar am See zur Verfügung stehen. Das absolute Highlight des Kleinen Rußweihers befindet sich am südlichen Ufer: Hier erwartet die Besucher mit dem Naturgartenfreibad das größte Strandmoorfreibad Bayerns.


Ein Problem, auf das man mit der Nase stößt 

Im Laufe der Jahre trübt sich die Idylle am Kleinen Rußweiher: Die Badegäste müssen zum Schwimmen immer längere Strecken durch faulig riechenden Schlamm waten. Angler kämpfen ebenfalls mit dem zunehmenden Schlick. Und ein Schwimmer, der den See täglich durchquert, berichtet von flachen Stellen, wo er sogar aufsetzte.  

Den Verantwortlichen der zuständigen Stadt Eschenbach war klar: Der Kleine Rußweiher verschlammt zusehends - es muss etwas getan werden. Wie sich jedoch nach ersten Recherchen schnell herausstellte, war die herkömmliche Lösung für solche Fälle schlichtweg nicht finanzierbar: Das Ausbaggern und Entsorgen von rund 100.000 m3 organischen Schlamms hätte die Stadtkasse über alle Maßen belastet. Und wo hätte man diese Menge Schlamm vor der Entsorgung zwischenlagern sollen?


Die Lösung

Ein entscheidender Tipp für die Entscheider

Durch zahlreiche Presseberichte über die Zustände am Kleinen Rußweiher war das Problem mittlerweile auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt – zum Glück. Denn als ein Eschenbacher Bürger zufällig einen TV-Bericht des Bayerischen Rundfunks über die erfolgreiche SchlixX Plus-Behandlung des Quellitzsees sah, wandte er sich sogleich an die örtlichen Behörden:
  
 Wäre dieser Weg nicht auch für den heimischen See eine ideale Lösung? Die Stadt Eschenbach zögerte nicht lange und lud OASE zu einem Termin ein, bei dem Strandbadbetreiber, Pächter und städtische Vertreter über das Verfahren informiert wurden. Zunächst waren einige Teilnehmer skeptisch, ob „so ein Pulver“ das Problem lösen könne, so kam man auf die Idee eines Testlaufs nach Ablauf der Badesaison im September 2012, den auch die verantwortlichen Behörden mittrugen. Wichtiger Bestandteil der Genehmigung war ein lückenloses und neutrales Monitoring, um Ereignisse und Entwicklungen später nachvollziehen zu können.


Ein Start mit Hindernissen

Ein speziell für diese große Fläche konstruiertes Boot mit GPS-Einrichtung brachte zielgenau 8t SchlixX Plus in einem festgelegten Bereich aus. Was allerdings keine der beteiligten Stellen zu diesem Zeitpunkt wusste: Genau eine Woche später sollte der nördlich gelegene Große Rußweiher in den Kleinen Rußweiher abgelassen werden. Mit hinlänglichen Folgen: Das eingespülte Wasser verwirbelte das ausgebrachte SchlixX Plus – und transportierte zudem erhebliche Zusatzmengen organischen Sediments in den See. Die erste Behandlung und auch die Erhebungen für das Monitoring liefen damit ins Leere. 
 

Die Erfolge

Ein langer Atem, der sich lohnt

Im April 2019 hieß es: Start frei für Versuch Nr. 2! Dieses Mal lief alles reibungslos – mit sehr guten Ergebnissen: Die Schlammschicht war nach sechs Monaten auf einer Fläche von 16,9 ha um durchschnittlich 22 cm reduziert. Was bedeutet, dass 7,5 t SchlixX Plus in dieser Zeit stolze 28.000 m3 organisches Material abgebaut hatten. Und: Das Wasser wies nach Analysen in allen Parametern die gleichen ausgezeichneten Werte wie zuvor auf. 

Ein Strand mit versteckten neuen Qualitäten

Im Jahr 2020 beauftragte die Stadt Eschenbach OASE mit einer weiteren Behandlung des Sees – diesmal auch im Strandbadbereich, wo auf 2 ha Fläche rund 9 t SchlixX Plus eingebracht wurden. Um die Wirkung zu überprüfen, wurde wie zuvor der Abstand von der Wasseroberfläche zum Grund gemessen und damit die abgebaute Sedimentmenge berechnet. Allerdings ohne die Beschaffenheit des Sediments zu prüfen. Das Ergebnis: Im Badebereich wurde mit rund 12.300 m3 eine beachtliche Menge organischen Materials abgebaut. Jedoch hatten sich die Auftraggeber mit Blick auf die erste Behandlung mehr versprochen.
  
 SchlixX Plus hatte aber tatsächlich ganze Arbeit geleistet. Dies zeigte sich kurze Zeit später beim Ablassen des Sees: Im gesamten Uferbereich des Freibades traten Sandbänke zutage, wo vorher Schlammboden vorherrschte. Und der Sand wies nur noch einen minimalen organischen Anteil von weniger als 1% auf. Was nicht nur Badegäste erfreute - sondern auch die Stadt: Denn sollte einmal ein Ausbaggern notwendig werden, betragen die Kosten für die Entsorgung anorganischen Sands nur einen Bruchteil dessen, was für organischen Schlamm anfallen würde.

Warum ist Sand besser als Schlamm?

Zum einen ist es in einem Badesee natürlich angenehmer, in Sand zu treten als in Schlick. Aber speziell für die Gewässerpflege ergeben sich noch ganz andere Vorteile: Sand unterliegt im Gegensatz zu organischem Schlamm keiner Deponiepflicht und kann deshalb einfach abgefahren werden. Und das schlägt sich massiv in den Entsorgungskosten nieder:

Im Vergleich zur Entsorgung von organischem Material, die ca. 100 € / Tonne kostet, liegen die Kosten für das Abfahren von 1 m3 Sand bei etwa 3,50 € bis 4 €. (Zum Vergleich der Maßeinheiten: 1 m3 Wasser hat knapp die Masse 1t). Möchte man also in einem Gewässer mehr Volumen schaffen durch Ausbaggern des Sediments, sind die Folgekosten für die Entsorgung von Sand erheblich geringer. 

Ein Erfolg mit Vorzeigecharakter

Am allerwichtigsten ist aber: Die Menschen in der Region und die zahlreichen Besucher genießen wieder echte Freude an einem herrlichen Stück Natur: Die Angelfreunde zeigen sich begeistert über den Fischbestand, die Größe und den Geschmack der Fische. Und 2020 wurde dem See zudem eine ausgezeichnete Badewasserqualität nach strengen EU-Kriterien bescheinigt.
 

Zahlen und Fakten

ProjektnameKleiner Rußweiher
LandDeutschland
WassertypSüßwasser
Art und GrößeBade- und Freizeitsee, 27 ha
ProblemstellungVerschlammung / Verlandung
Angewendetes ProduktSchlixX Plus
Zeitraum und Art der Anwendung2019: 7,5t SchlixX Plus wurden auf 16,9 ha der Gesamtfläche eingebracht 
Ergebnis der AnwendungAbbau von 28.000 m3 organischen Schlamms 
Sedimentreduktion um durchschnittlich 22 cm
Fortführung der Anwendung2020: Wiederholung der Anwendung, zusätzlich Behandlung des Freibadbereichs von ca. 2ha mit weiteren 9t SchlixX Plus
ErgebnisSedimentreduktion von 7,5 cm; statt Schlamm: kompaktes, sandiges Substrat mit <1 % organischem Gehalt 

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